comment 0

Träumen als Schulfach

Soziale Vererbung (Vater Arzt, Sohn Arzt, Mutter Schauspielerin, Tochter Schauspielerin, Vater Säufer, Sohn Säufer) ist wohl immer noch die wirksamste. Sichtbar anhand der Biografien extrem erfolgreicher Leute wie auch an denen, extrem erfolgloser Leute (in der Mitte mischt sich das).

Es geben also die Eltern den Horizont vor, das Denkbare. Der Grund, warum viele unzufrieden im Mäßigen hausen und Energie mit Alkohol oder vorm TV abbauen, liegt an Grenzen, die andere für sie gezogen haben. Keine hohen Mauern, keine unüberwindbaren Barrieren. Einfach nur ein dicker Vorhang vor dem Fenster zur Welt. Ihn aufzuziehen ist nicht schwer, wenn man ihn erst einmal erkannt hat. Darin haben die Ratgebergurus recht, wenn Sie behaupten, einer jeder könne es schaffen, solange er es sich nur zutraut.

So einfach ist es denn aber doch nicht. Denn während die einen seit ihrer Kindheit gelernt haben, sich mit Lust in dieser großen bunten Welt zu bewegen, tapsen die anderen anfangs unsicher herum. Angst ist jetzt das Thema. Zu fallen, das Ding zu versauen, es am Ende doch nicht zu packen. Der Lockruf in die alte Höhle. Und dort warten die anderen schon, reiben sich die Hände, begierig zu sagen, dass sie es schon immer wussten, dass es da draußen nichts zu holen gibt.

Vielleicht geht es darum, gerade die Kleinen das Träumen zu lehren. Früh den Vorhang aufzuziehen. Träumen als Schulfach. Denn das Paradies ist hier. Wer es hier nicht findet, der findet es nirgends mehr.    

Leave a Reply